Warum das Kino mich abschreckt…

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Ich liebe Filme! Nicht umsonst schauen wir uns deshalb regelmäßig welche an und sind gleichzeitig Besitzer einer nicht gerade kleinen Sammlung. Und doch, ins Kino zieht es mich nur noch ausgesprochen selten. Ohne Frage sind die großen Leinwände und der wuchtige Sound dort unschlagbar. Ein Erlebnis, wie Avatar in 3D wird man daheim so nicht hinbekommen.
Ich bin wirklich sehr leicht zufrieden zu stellen, was Filme angeht und lasse mich nach Feierabend oder am Wochenende einfach gerne berieseln, ohne mich im Nachhinein stundenlang über diese oder jene Kleinigkeit aufzuregen. Trotzdem möchte ich Filme auch genießen, wenn ich mir die Zeit für sie nehme. Und das fällt mir im Kino mit jedem Mal schwerer. Es folgt ein typisches Szenario:

Wir kommen einige Minuten vor Beginn an und nehmen unsere Plätze ein. Direkt neben und hinter uns unterhalten sich einige Besucher lautstark, was zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht weiter schlimm ist.
Pünktlich wird es dunkel und die Werbung beginnt. Die Unterhaltungen um uns herum bleiben genauso laut wie zuvor, kämpfen nun sogar gegen die „Lautstärke“ aus den Boxen an. Nach einigen Clips folgt der Vorschaublock. Während der Trailer zu einem nicht uninteressanten Film startet und wir die Erzähler mit genervten Blicken traktieren, betritt eine große Gruppe von Besuchern den Saal. Wir hoffen vergeblich, denn natürlich befinden sich ihre Plätze nur zwei Reihen tiefer und direkt vor uns. Ohne Eile und vergnügt quatschend entledigen sich alle ihrer Jacken und stehen somit geschlagene zwei Minuten mitten im Sichtfeld.
Dann beginnt der Film und alles Flehen zum Kinogott zeigt keine Wirkung: Die Unterhaltungen neben uns verstummen nicht. Auch mehrere flehende, genervte und wütende Blicke beheben das Problem nicht.
Plötzlich fängt mein Sitz an zu leben. Er bewegt sich! Doch es handelt sich nicht um einen 4D-Sitz, der passend zum Action-Film programmiert wurde. Stattdessen tritt mein Hintermann munter mit seinen Schuhen so fest gegen meine Lehne, dass ich eigentlich selbst für ihn sichtbar erzittern müsste.
Doch es geht noch weiter, denn auf einmal irritiert mich ein helles Licht von links. Einige Plätze entfernt hat jemand sein Handy hervorgekramt und tippt munter SMS oder Mails. Immer wieder blitzt das Display inmitten der ansonsten vollkommen dunklen Sitzreihen auf.
Wieder zucke ich zusammen. Vor uns zermalmt jemand mit offenem Mund einen Haufen Popcorn. Immer wieder beißt er so laut zu, dass ihm eigentlich selbst das Trommelfell platzen müsste.
So geht es 120 Minuten lang weiter. Immer wieder wird neben uns gequatscht oder tritt jemand mal mit Wucht, dann wieder zärtlich gegen meinen Rücken. Genauso oft schießen mir Fragen durch den Kopf: Hat jemand diesen Idioten vor der Vorstellung nicht nur ihre Trinkflaschen und mitgebrachte Speisen sondern auch das Hirn weggenommen? Ist den Leuten nicht klar, dass sie andere Zuschauer nerven?
Der Film ist aus, ich habe ihn ohne einen Nervenzusammenbruch überstanden. Als das Licht angeht und die lärmende und tretende Menge den Saal schon längst verlassen hat, bleibt ein Schlachtfeld zurück. Fast könnte man meinen, es wären meine Nerven, die hier überall verstreut liegen, doch es handelt sich „nur“ um Massen von Popcorn und anderer Leckereien.

Zum Glück verblasst das wenig soziale Verhalten der anderen Kinobesucher im Laufe der nächsten Wochen meistens wieder und es bleiben die Erinnerungen an richtig gute Szenen des Films zurück. Trotzdem kann ich mich so einfach nicht entspannen und den Film genießen, zumal der Eintritt für zwei Personen jedes Mal teurer ist, als der spätere Kauf der Blu-ray.
Es gab zwei absolute Ausnahmen: Das war zum einen Avatar in 3D. Vor Beginn des eigentlichen Films war es im rappelvollen Kinosaal auch unerträglich laut, doch kurz nach Beginn waren alle Besucher so gefesselt, dass ich bis zum Schluss nicht einen störenden Mucks wahrgenommen habe.
Ein anderes Mal waren wir in Oberhausen und haben uns zur Mittagszeit „Horton hört ein Hu“ angesehen. Das Schöne daran: Wir waren völlig alleine im großen Kinosaal. Etwas befremdlich, doch gleichzeitig ungeheuer entspannend.

Es gibt ausreichend Filme, die ich weiterhin gerne im Kino sehen möchte, doch in den meisten Fällen begnüge ich mich dann doch mit der Heimkinoanlage. Hier stören höchstens für kurze Zeit lärmende Kinder im Treppenhaus, die man mithilfe der Lautstärketasten jedoch problemlos übertönen kann.

4 Antworten

  1. *lacht*
    Ja, das kenne ich, allerdings kann man diese Störfaktoren minimieren, wenn man
    a) nicht zu Stoßzeiten ins Kino geht (WE/ Kinotage) und
    b) nicht unmittelbar nach erscheinen des Films das Kino besucht. Einfach den ersten Andrang abwarten und 4 Wochen ins Land gehen lassen. Die Blockbuster laufen in der regel recht lange.

    Wir saßen das letzte Mal zu 8 im großen Kinosaal bei uns im Cinnestar und sahen Scherlok Holmes Spiel im Schatten. Das war wirklich ein Vergnügen. ^^

  2. Ja, deine Punkte versuche ich auch jedes Mal zu berücksichtigen.
    Vermutlich müssen wir uns dann möglichst verrückte Plätze aussuchen, damit man auch ja alleine sitzt. Denn auch im fast leeren Kino hatte ich schon öfters mit dem oben geschilderten Szenario zu tun. 😉

  3. Selbst fast leere Kinos ergeht dir das so?
    Entweder wählt ihr das falsche Kino oder du hast einfach großes Pech.
    Ich selbst gehe nur ins Kino unter der Einhaltung der Punkte, die der Imperartor nannte und in 9 von 10 Fällen habe ich meine Ruhe^^

  4. Das mit den lärmenden Kindern zu Hause, wird aber dann zum Problem, wenn's die eigenen sind! 😉

    Beim Rest stimme ich dir zu. Nervende Leute sind der Hauptgrund warum ich kaum noch in's Kino gehe.

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