Netter Mailverkehr

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Vor einigen Tagen haben wir einen Künstler per Email nach einem unverbindlichen Angebot für eine Dienstleistung gefragt. Es ging dort um die Hochzeit, allerdings soll nicht zu viel verraten werden, weshalb der Post auch in meinem Blog bleibt.
Das Angebot selber entsprach unserem Budgetlimit, jedoch stand etwas weiter unten, dass die Mehrwertsteuer noch hinzukämen. Bei einem Preis von 500 Euro ist das nicht gerade wenig. Außerdem kam das Angebot aber auch von weit her und da wir uns mit dem Mann vorher lieber einmal persönlich treffen wollten, schrieben wir ihm das auch in einer Antwortmail. Natürlich mit einem lieben Dankeschön für das Angebot und einem freundlichen Gruß.
Dann kam eine etwas unerwartete Antwort zurück:

Ein Profi wie ich arbeitet weltweit, da spielen Entfernungen keine Rolle.
Ein Künstler ist qualitativ nicht besser, nur weil er in Aachen wohnt.
Aber für eine Firma mit solchen Vorurteilen möchte ich lieber nicht arbeiten.
Da haben die Mitarbeiter dann auch keinen Humor, wenn die Geschäftsleitung schon so seltsame Ansichten hat.
Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der Auswahl.
xxxxx

Ähm okay, dachten wir uns da und schrieben zurück:

Hallo,

das ist ja eine liebe Email gewesen. 🙂
Und ein Brautpaar als Firma zu bezeichnen, das hat auch was.
Wahrscheinlich hätten wir besser schreiben sollen, dass unser Budget mit den 500 Euro + MwSt. doch etwas überfordert wäre.
Außerdem kann man sich einen Künstler aus der Umgebung ohne großen Aufwand einfach mal angucken, was uns sehr wichtig ist.

Liebste Grüße…

Irgendwie konnte der selbsternannte Profi aber nicht aufhören und hat anschließend sogar an meiner Männlichkeit gezweifelt:

Sehr geehrte Frau Röhlen,
Sie brauchen nicht mehr zu schreiben. Ich arbeite nicht bei Ihnen.

Außerdem kann man Ausschnitte und vor allem meine Referenzen auf meiner Webseite sehen.
Aber da Sie mich ja als schlecht bezeichnen, nur weil ich nicht in Aachen wohne, kommt ein Engagement bei Ihnen sowieso nicht in Frage.

Sie haben im Portal selbst 500.– € als Budjet angegeben.

Sie werden Probleme haben, einen Künstler „vorher mal angucken zu können“.
Kein Künstler kann zu seinen Veranstaltungen einfach andere Leute einladen.
Oder wie würden Sie das finden, wenn ich als Künstler auf Ihrer Hochzeit nur mal so 20 Leute dazu einschleuse, die „nur mal so gucken wollen“. Und dann vielleicht noch Ihr teures Buffet plündern…
Das wäre höchst primitiv. Gute Künstler muten so eine Frechheit seinen Auftraggebern nicht zu. Das machen höchstens Amateure – aber bei denen ist die Grenze zum Blamieren ziemlich dünn.

Hochachtungvoll
xxxxx

Wir also nochmal, auch wenn uns irgendwie schon klar war, wie zwecklos die Mail war:

Als schlecht haben wir Sie bestimmt nie bezeichnet. Schade, dass Sie das zwischen den Zeilen gelesen haben…
Und zum Budget: Die Mehrwertsteuer ist nicht zu unterschätzen und ja schließlich auch von uns zu bezahlen.
Das mit dem vorher angucken war zwar etwas anders gemeint, aber okay.
Sie brauchen nun auch nicht mehr zu antworten, eine vernünftige Kommunikation kommt zwischen uns ja scheinbar nicht zustande.

Das letzte Wort hatte dann der Profi:

Ich arbeite nicht bei Ihnen, nachdem ich Ihrer Ansicht zu schlecht bin als Künstler, nur weil ich nicht in Aachen wohne.
Ich habe die Deutschen, die Europa, und die Weltmeisterschaften gewonnen und war inzwischen in 60 Ländern dieser Welt engagiert.
Ganz schöne Leistung für einen so schlechten Künstler….

Hoffentlich langweilt euch das nicht, aber nach meiner anfänglichen Wut und Fassungslosigkeit über so einen Vollpfosten, konnte ich eigentlich nur noch lachen und mich wundern, wieso solch hohe Titel an die letzten Trottel vergeben werden.

2 Responses

  1. Terra

    Also ich habe mich auch grade köstlichst amüsiert. 😀
    Ich frage mich wie viele Aufträge bei anderen „Firmen“ dieser Herr bekommt, wenn er immer so freundlich ist. 😉
    Das er dich auch noch als Frau abgestempelt hat ist bei dem Briefverkehr ja auch sehr komisch… immerhin hat er dich ja noch nicht gehört 😀 😛

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