Kölner Lichter: Viel Aufwand für wenig Licht

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Gestern haben wir uns gegen 18 Uhr auf den Weg nach Köln gemacht, denn nach dem letztjährigen Verfolgen des Spektakels im Fernsehen wollten wir diesmal live dabei sein. Schon kurz nachdem wir auf die A4 von Aachen nach Köln kamen, gab es einen nervigen Stau. Die Autobahn war auch nach den 20 Minuten Rumstehen noch sehr voll und so kamen wir nach einem kleinen Streit zwischen unserem Navi und der Beschilderung mit einer guten halben Stunde Verspätung auf einem Parkplatz des Kölner Messegeländes zu stehen.
Anschließend gingen wir eine gefühlte Ewigkeit die Zoobrücke entlang, verließen sie jedoch vor der Überquerung des Rheins wieder und befanden uns schließlich im Rheinpark. Der war um 19.45 Uhr schon sehr gut gefüllt, doch wir fanden direkt am Wasser noch einen recht guten Platz. Auf Regenjacken und vielen spitzen Steinen versuchten wir es uns so bequem wie möglich zu machen und so begann das lange Warten. Sarah hatte ein neues Stativ und einen Kabelfernauslöser für ihre digitale Spiegelreflexkamera mit dabei, um sich später in Ruhe an der Feuerwerksfotografie zu versuchen.
Die Zeit verging nur langsam und während die Sonne gemächlich unterging, wurde es auch deutlich kühler. Gegen 22.30 Uhr startete dann endlich das Eröffnungsfeuerwerk. Plötzlich waren wir umlagert von etlichen Menschen, die von ihren ursprünglichen Positionen aus zu wenig sahen und nun teilweise auf unseren Sachen standen. Als das Start-Feuerwerk zu Ende war, standen alle noch einige Zeit einfach nur dumm herum, bevor sich fast jeder wieder hinsetzte, um weiterzuwarten. Eine weitere Dreiviertelstunde dauerte es, in der eine große Anzahl von Schiffen einmal den Rhein entlangfuhren, nur um wenig später zu wenden und wieder zurückzukommen. Dann hielten alle Schiffe an und gegen 23.30 Uhr startete das große Finale. Etwa eine halbe Stunde lang durfte man ein riesiges Feuerwerk bestaunen, in dem auch Herzen und Smileys im Himmel zu sehen waren. Vom anderen Ufer war leise Musik zu vernehmen, die Musiksynchronität war von unserer Stelle aus aber überhaupt nicht zu beurteilen.
Sarah musste für halbwegs ungestörte Bilder mitsamt Stativ und Kamera ins Wasser gehen, hier seht ihr eines ihrer gelungenen Bilder.

Als das Feuerwerk dann beendet war und die Schiffe wieder abzogen, machten sich auch die Menschenmassen auf den Heimweg. Fast alle drängten sich zum schmalen Kreisel, der zur Zoobrücke hinaufführte. Obwohl wir einige Minuten am Ufer warteten, standen wir wenig später mitten in einer dichten Menschenmenge. Von oben fotografierten einige Deppen oder schrien sinnlose Sachen nach unten und hielten den Betrieb nur noch mehr auf. Man spürte, dass die Stimmung teils gereizt war, was natürlich auch am Alkoholkonsum einiger Gruppen lag. Irgendwann schafften wir es letztendlich nach oben und wanderten die Zoobrücke entlang bis zum Parkplatz. Wieder mussten wir viele Minuten warten, um endlich auf die Autobahn zu gelangen und über kleine Umwege alle nach Hause zu bringen. Um 3.30 Uhr waren wir schließlich im Bett.
Fazit: 9,5 Stunden unterwegs, sehr viel Warterei und das alles für ingesamt vielleicht 45 Minuten Feuerwerk. Natürlich war dieses wirklich schön anzusehen, doch irgendwie bleibt das Gefühl, dass man durchaus hätte mehr zeigen können. Warum wurden beispielsweise nicht die zahlreichen Partyschiffe miteinbezogen? Unter Kölner Lichter stelle ich mir einfach etwas mehr vor, als ein großes Schiff, von dem ein (wenn auch tolles) Feuerwerk hochgeschossen wird. Nett anzusehen, aber leider nicht so viel mehr und für uns ein zweites Mal auch diesen Aufwand nicht wert.

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